XXL-Visitenkarte für den Karrierestart
18. Juni 2026
Wie ein Messestand zum Studienprojekt, Transferobjekt und Karrierebeschleuniger wird.

Wenn ein studentisches Projekt auf einer der weltbekanntesten Branchenmessen vertreten ist, zeigt sich unmittelbar, wie praxisbezogen Studium sein kann. Der HTWK-Stand unter dem Titel „Studium rund ums Buch“ auf der Leipziger Buchmesse ist ein Platz, an dem ein ganzes Studienleben sichtbar wird: von der ersten Frage zum Studium bis zur anschließenden Karriere. Am Beispiel der Studiengänge Book and Media Publishing (B.A.), Publishing Management (M.A.) sowie Bibliotheks- und Informationswissenschaft (B.A./M.A.) wird beleuchtet, wie praxisintegriert an der HTWK Leipzig gelehrt, gelernt und gearbeitet wird. Anlass ist die mehr als 30-jährige Teilnahme an der Leipziger Buchmesse mit dem Do-it-yourself-Stand der Studierenden sowie das seit 20 Jahren stattfindende Alumni-Frühstück der Buch-Studiengänge.
Ein Studienverlauf in sechs Akten
Oft beginnt es mit einer einfachen Frage am Tresen. Eltern und junge Erwachsene – kurz vor dem Abitur oder mittendrin – blicken sich suchend um. „Was soll ich studieren?“ „Wohin führt das Studium?“ „Womit verbringe ich mein Erwerbsleben?“ „Was macht langfristig glücklich?“
Student Life Cycle rund um den Buchstand der HTWK Leipzig
Phase 1: Orientierung – Ankommen und Informationen sammeln
„Echte“ Antworten auf wichtige Fragen der Zukunftsgestaltung liefern selten Broschüren: Vielmehr braucht es Ansprechpersonen. Hier sind es Studierende, die gerade selbst im Studium stecken – und die durch ihre bloße Anwesenheit demonstrieren, was anwendungsorientiert studieren bedeutet. Denn der Stand, an dem sie Auskunft geben, ist nicht von einer Agentur geplant worden: Sie haben ihn selbst gebaut. Und plötzlich wird nicht nur „über“ das Studium geredet, es wird vorgelebt.
Während Rektor Prof. Dr.-Ing. Jean-Alexander Müller die Messe als identitätsstiftend für Leipzig und als Netzwerkmotor für die Branche einordnet, zeigen Studierende, wie diese Worte konkret werden: Sie gestalten einen offenen Raum, in dem Fragen erwünscht sind – von Studienwahl bis Brancheneinblick.
Das Besondere daran ist kein Zufall, sondern Lehrplan. Im Modul Veranstaltungsmanagement übernimmt jedes Jahr ein Team von rund zehn Studierenden die Gesamtverantwortung für den Messeauftritt der HTWK Leipzig.
Was danach folgt, ist „hands on“ – nichts ist simuliert: Standbau und Technik, Sponsoring, Social-Media-Begleitung, Absprachen mit Partneruniversitäten, die zu Gast am Stand sein werden.
Phase 2: Entscheidung – eine Wahl fürs Leben treffen
Was Studieninteressierte am Stand sehen, ist im Grunde eine Lehrveranstaltung live. Studierende, die Beratungsgespräche führen, die Technik bedienen, die Gäste begrüßen, die präsentieren, improvisieren und frei sprechen – sie studieren. Sie sammeln Leistungspunkte und Lebensläufe zugleich. Und das überzeugt Eltern wie zukünftige Studierende.
Die Gespräche mit den Studieninteressierten am Stand lenken zum alljährlichen Hochschulinformationstag.
Hier schnuppert man als zukünftiger Book and Media Publisher oder angehende Bibliotheks- und Informationswissenschaftlerin das erste Mal Hochschulluft. Direkt in der Hochschule wird erlebbar, was gerade noch berichtet wurde: wie sich das Studium anfühlt und ob das Umfeld wirklich passt.
Hier spricht ein Studi – dort ein Prof. Es wird fachlich und spätestens mit Eintritt in die Bewerbungsphase für das Wintersemester beginnt der Umzug in ein neues Leben.
„Mit den Erfahrungen, die wir hier machen, hat man am Ende etwas in der Hand. Damit kann man sich später bewerben.“ – fasst Luise Dietrich aus dem diesjährigen Veranstaltungsteam ihre Erfahrung zusammen.

Phase 3: Ein neues Kapitel – eingewöhnen und voneinander lernen
Mit der Immatrikulation beginnt ein neuer Lebensabschnitt. Zwischen Stundenplänen, ersten Vorlesungen und unbekannten Gesichtern stellt sich schnell die Frage: Wie findet man seinen Platz in einer Hochschule, in einer Stadt und in einem Umfeld, das man bisher nur aus Erzählungen kennt?
Die Antwort darauf ist naheliegend: durch andere Studierende. Wer neu anfängt, profitiert von einem Netzwerk, das weit über Tutorien und Einführungsveranstaltungen hinausgeht. Höhere Semester teilen Erfahrungen, geben Hinweise zu Praktika, Projekten und Wahlmöglichkeiten. Das Wissen, wie man einen Messestand wie eben jenen auf der Buchmesse plant und führt, wird von einer Matrikel zur nächsten übergeben – Termine, Ansprechpersonen, frühere Gäste, bewährte Leitfäden. Ein institutionelles Gedächtnis, das von Studierendenhand zu Studierendenhand wandert.
Gleichzeitig wird früh deutlich, dass Lernen hier selten im Verborgenen stattfindet. Studienprojekte verlassen den Seminarraum und werden sichtbar. Der Messestand auf der Leipziger Buchmesse ist dafür das vielleicht eindrucksvollste Beispiel. Aus einer Lehrveranstaltung wird ein öffentlicher Auftritt, aus einer Projektidee ein Ort, den jedes Jahr hunderte Menschen besuchen. Oder anders gesagt: „Stell dir vor, du studierst – und jeder kann das Ergebnis sehen.“
So entsteht schon in den ersten Semestern ein Verständnis dafür, dass Studium nicht nur Wissensaneignung bedeutet, sondern auch Verantwortung, Zusammenarbeit und die Bereitschaft, das Gelernte mit anderen zu teilen. „Das kann man direkt als Referenz für Praktikumsbewerbungen im bevorstehenden Praxissemester verwenden!“, sagt Florence Walter, die in diesem Jahr das Orga-Team geleitet hat.
Phase 4: Wachstum – mittendrin statt nur dabei
Angekommen in einem fortgeschrittenen Semester ist man plötzlich selbst für das verantwortlich, was ein Jahr zuvor im ersten Kontakt so beeindruckt hat: der HTWK-Stand auf der Buchmesse. Bereits im Herbst des Vorjahres recherchieren, beobachten, beraten und lernen die Studierenden auf der Frankfurter Messe-Schwester, worauf es ankommt. Hier noch als Gast unter anderen Hochschulen, geht es wenige Monate später schon in die Vollen.
Neben den organisatorischen Aufgaben entsteht so – Stück für Stück – ein Programm, das sich sehen lassen kann: Autorinnen und Autoren werden eingeladen, Vertreterinnen und Vertreter für Fachgespräche gesucht, studentische Stimmen zur Beantwortung von Alltagsfragen gesucht und Lesungen organisiert.
Partnerinstitutionen wie etwa die LMU München oder die Universität Leipzig sind zu Gast am HTWK-Stand und teilen sich die Fläche. Besucherinnen und Besucher bekommen einen Querschnitt durch die Buchbranche – komprimiert, lebendig, nah.
Dabei ist das breite Angebot der Buchstudiengänge an der HTWK Leipzig natürlich eng mit der Buchstadt verwoben. HTWK-Rektor Müller bringt es auf den Punkt: „Die Buchmesse ist ein identitätsstiftendes Kulturereignis für unsere Stadt. Die HTWK Leipzig ist nicht zuletzt aufgrund ihrer großen Bedeutung in der Nachwuchsgewinnung ein wichtiger Player hier. Man könnte es Symbiose nennen: wir profitieren voneinander."
Im Livebetrieb wird Lernen zur Teamsportart. Wenn der Nachbarstand spiegelverkehrt aufgebaut ist oder ein Talk spontan ausfällt, dann ist Improvisationstalent gefragt. Was an Übergabelisten, Zeitplänen, Kontakt- und Technikleitfäden von einem Jahrgang zum anderen Jahrgang gewandert ist, muss nun seine Tauglichkeit in der Realität beweisen.
Mini‑Vorlesungen gehen nahtlos in Autor*innen‑Gespräche über, Studierende moderieren Fragerunden mit Branchenprofis und beantworten parallel die Fragen von Studieninteressierten. So entsteht ein Kreislauf aus Feedback, Verantwortung und Selbstwirksamkeit – vereint unter dem Dach der Alma Mater.
„Sichtbare Ergebnisse sind die stärksten Visitenkarten für den Berufseinstieg.“ – Dr. Enrico Ruge
Phase 5: Start ins Berufsleben – Austausch und Erfahrungsweitergabe
Dr. Enrico Ruge, Leiter des Veranstaltungsbüros der Fakultät Informatik und Medien, begleitet das Messeprojekt mit seiner Erfahrung und seinem Netzwerk. Seine Botschaft ist unüberhörbar: „Sichtbare Ergebnisse sind die stärksten Visitenkarten für den Berufseinstieg.“ Dass das stimmt, wird klar, wenn einstige Studierende am Stand oder direkt in der Hochschule bei Veranstaltungen vorbeischauen. Alumni erzählen, wie sie ihre Wege gefunden haben und berichten vom Start ins Berufsleben, der den Zuhörerinnen und Zuhörern kurz bevor steht.
Dieser Austausch hat Struktur – und Tradition. Seit 20 Jahren lädt das Alumni‑Frühstück des Fachbereichs Buch‑ und Medienwirtschaft zum Wiedersehen und Weitermachen ein. Organisiert wird es im dritten Semester von Studierenden des B.A. Book and Media Publishing im Seminar Kommunikationsmanagement: Sie akquirieren Gäste fürs Podium, bewerben und moderieren die Veranstaltung – finanziert durch Spenden und Überschüsse aus Formaten wie dem Tag der Verlage, unterstützt von Partnern wie Umbreit, Klopotek, dem Förderverein der HTWK und weiteren regionalen Fördernden.
Erwerbsbiografien bekommen Gesichter und Ehemalige spiegeln eine große berufliche Bandbreite wider: von der Buchhändlerin, über die Online‑Marketerin, der Produktmanagerin bis hin zur Data & Business Intelligence Analystin.

„Wichtig ist es, Lernziele klar zu formulieren, Netzwerke aktiv zu pflegen, Entscheidungen mit Gelassenheit zu treffen!“ – lautet der Ratschlag der Ehemaligen an die nächste Generation
Die Alumni berichten, wie Praktika Türen öffnen – bei großen Verlagshäusern mit breitem Einblick ebenso wie bei kleineren Agenturen mit direkter Verantwortung.
Prof. Dr. phil. Heiko Hartmann hat das Format ins Leben gerufen, bündelt die Alumniaktivitäten und macht sie sichtbar – seine Kanäle sind die verbindende Linie zu den Ehemaligen, die zurück auf den Stand und in die Hochschule kommen, Einblicke geben und Kontakte knüpfen.
„Die persönlichen Einblicke, ehrlichen Erfahrungsberichte und praxisnahen Tipps bieten unseren Studierenden wertvolle Orientierung für den eigenen Berufseinstieg.
Sie zeigen, dass etwa der Studiengang "Buch- und Medienwirtschaft" (seit diesem Wintersemester neu "Book and Media Publishing") unserer Hochschule anschlussfähig ist in Richtung verschiedener Medien-, Veranstaltungs- und Marketingberufe.
Besonders wichtig ist die Botschaft, den eigenen Weg selbstbewusst zu gestalten, unterschiedliche Optionen in Betracht zu ziehen, sich frühzeitig zu vernetzen und für die eigenen Interessen im Arbeitsmarkt einzustehen. Wir sind dankbar für den offenen Austausch und die inspirierenden Gespräche der letzten Jahre und freuen uns auf alle, die noch kommen mögen.“, formuliert es Prof. Hartmann zusammenfassend.
Phase 6: Rückkehr – Wiedersehen macht Freude

Am HTWK‑Stand wird all das zur gemeinsamen Gegenwart: Studieninteressierte stellen Fragen, Studierende beantworten sie – und holen sich im selben Atemzug Inspiration und Feedback der Alumni. Professorinnen und Professoren verorten wissenschaftliche Methoden in beruflichen Kontexten. So verdichtet sich, wofür die Leipziger Buchmesse weithin steht: gelebte Diskurskultur und ein Branchenökosystem, in dem Hochschule und Stadt wechselseitig profitieren.
Die von Prof. Hartmann initiierte Gruppe LibriAlumni
verbindet Generationen der Buchbranche. Alumni sind dazu eingeladen, Teil dieses Netzwerks zu werden. Regelmäßig treffen sich ehemalige und aktuelle Studierende auf den Buchmessen in Leipzig und Frankfurt oder beim Alumni-Frühstück der HTWK Leipzig. Eine Registrierung im Netzwerk oder das Abonnement des LibriAlumni
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Ehemalige Studierende sind herzlich eingeladen, am Gemeinschaftsstand „Studium rund ums Buch“ Erfahrungen zu teilen, Tipps für Studium und Berufsalltag weiterzugeben und neue Kontakte zu knüpfen.
So wird der Messestand zu einem Ort, an dem der Student Life Cycle nicht in Phasen nebeneinander liegt, sondern als Drehscheibe fungiert: Immer mit der persönlichen Begegnung im Zentrum. Das Studium rund ums Buch an der HTWK Leipzig ist damit unverwechselbar.
Ansprechpersonen
Interviewpartner Prof. Heiko Hartmann

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Interviewpartnerin Dr. Enrico Ruge

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Autorin (Medienkontakt)

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